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ARCHÄOLOGISCHES NATIONALMUSEUM VON ALTINO
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Die frühesten Zeugnisse paleovenetischer Besiedlung Altinums reichen ins 7. Jahrhundert v. Chr. zurück. Dieser am nördlichen Rand der venezianischen Lagune gelegene Ort war dank seiner besonders günstigen geographischen Lage bereits in urgeschichtlicher Zeit Handelsplatz und Verkerhrsknoten zwischen der Adria und ihrem Hinterland.
Der langsam und friedlich verlaufende Romanisierungsprozeß begann im Jahr 131 v. Chr. mit dem Bau der via Annia, Verbindungsader zwischen Rimini und Aquileia, deren Verlauf auch Altinum berührte.

Zwischen 49 und 42 v. Chr. erhält es römische Staatsbürgerschaft, wird Munizipium und der TribusScaptia zugeordnet. Unter der Seepolitik Roms entwickelt sich Altinum nun zu einem der größten Häfen der Oberen Adria, dessen Einzugsbereich sich durch ein gut ausgebautes und dichtes Straßennetz auszeichnet.
Antike Quellen über Altinum berichten insbesondere über das 1. Jahrundert n. Chr., eine Periode, die mit seiner höchsten Blüte zusammenfällt; neben Notizien über wirtschaftliche Aspekte finden sich darin vor allem Beschreibungen seiner besonderen geologisch-klimatischen Merkmale.
Altinum war umgeben von einem Fluß- und Kanalsystem, das trotz Sümpfen und Seichtwasserbereichen einen ausgezeichneten Wasseraustausch gewährleistete und aus diesem Grund für ein äußerst gesundes Klima sorgte.
Die bis heute durchgeführten Ausgrabungen im antiken Stadtgebiet, das eine Fläche von etwa 120 Hektar einnahm, bestätigen die Existenz einer Stadtmauer -wahrscheinlich nicht lückenlos den ganzen Ort umlaufend - monumentaler Torevon Ankerplätzen, Hafeneinrichtungen und Flußmolen, an die sich Lagerhäuser mit Portikusarchitekur anschlossen, während der Standort des Forums und der großen öffentlichen und religiösen Bauten noch ungeklärt ist.

Mit dem 2. Jahrhundert n. Chr. geht die Wirtschaft Altinums langsam zurück, und es beginnt ein irreversibler Prozeß des Niedergangs, der im übrigenfast alle Städte Venetias berührt. Im 4. Jahrhundert n. Chr. wird die Stadt zusammen mit Aquileia und Concordia von Attila erobert und zerstört, aber erst nach weiteren Invasionen im 7. Jahrhundert von ihren Bewohnern endgültig verlassen.
Sie lassen sich auf der Laguneninsel Torcello niederund schaffen so die Voraussetzung zur Gründung Venedigs. Was von der römischen Stadt übriggeblieben war, wurde für die Bebauung der lnseln und Venedigs verwendet, denn Altinum, eine Ausnahmefall in ganz Venetien, war bis Anfang des 20.Jahrhundert nicht mehr bewohnt, erst umfassende Trockenlegungsmaßnahmen machten es in unserer Zeit erneut besiedelbar.
Fundamente des Nordtors in der nördlichen Ausgrabungszone (I. Jh. n.Chr.)
Glasartige Vase aus Quarzpaste (Anfang I. Jh. n.Chr.)